Donnerstag, 26. Juni 2014

Wechseljahre sind

Sonntag, 15. Juni 2014

Sappho II

Knapp drei Wochen nach dem mystriösen Tagebucheintrag stellt sich heraus, dass die jugendliche Autorin noch keine Kenntnis über die Texte von Sappho haben konnte.
Freitag, den 1. VII. '83

Salve!

Anscheinend können es die Normalen ehrlich nicht ertragen, Sappho. Am Tisch gab es wieder ein Gespräch von Freund und Männer. Ich meinte, ich wollte von solchen Kreaturen nicht abhängig sein. (...) 

Soll ich die blöde Situation endlich aussprechen oder immer noch um den heißen Brei herumreden. '- Ja, ich wage mich, ich liebe ein Mädchen, auch wenn es euch nicht passt und jetzt werde ich die Umschläge von den zwei Büchern abmachen und meinen Namen hineinschreiben. Sappho, dich hab ich endlich. Verdammt, warum waren die Menschen nur so dumm und haben deine Stücke zum Teil vernichtet. Aber du hast überlebt, nein, du wirst nicht vergessen, auch wenn so wenige Leute dich nur kennen. Dein Name währt ewig, auch wenn manchmal ein negativer Inhalt ihm zugute kommt. Aber warum soll man nicht in Leidenschaft zu einem Mädchen entbrennen? Was ist schlimm daran? Man kann doch jeden Menschen lieben, warum sind die Normalen nur so verkorkst? Nicht wir sind es, die das ganze schlecht machen, denn auch unsere Liebe ist rein und echt. Auch wenn es euch nicht passt, wir können und wollen auch lieben dürfen. (...)

Ave für heute.
Die zwei in diesem Tagebucheintrag mit blindem Schutzeinschlag versehenen Bücher kaufte die junge Autorin auf dem 20. deutschen Evangelischen Kirchentag in Hannover 1983 (8.-12. Juni 1983). Eines davon ist das von Gisela Bleibtreu-Ehrenberg: Tabu Homosexualität – Die Geschichte eines Vorurteils, Frankfurt am Main 1978. Ein Buch, das sich auch heute noch im Bücherschrank der alten Autorin befindet.
Das zweite war des Aufhebens nicht wert.

Das im Tagebucheintrag mit "Sappho, dich hab ich endlich." gemeinte Buch war Sappho: Strophen und Verse übersetzt von Joachim Schickel, herausgekommen 1978, deren Texte nun endlich von der Autorin genossen werden konnten.


Weiterführende Links
  • Über das Buch Tabu Homosexualität Artikel auf en.wikipedia.org (engl.)
  • de.wikipedia.org Gisela Bleibtreu-Ehrenberg
  • Lyrikzeitung & Poetry News: Selanna: vergleicht eine Sappho-Originaltextstelle mit unterschiedlichen Texten diverser Übersetzerinnen (darunter auch Schickel)

Freitag, 13. Juni 2014

Theoretisch

Die Nacht nicht schlafen können, nachdem mich Kater weckte, weil er Hunger hatte.

Und so dachte ich über den Konstruktivismus nach.
Warum dieser mir soviel bedeutet.
Meine Antwort war: weil er eher beschreibender Natur ist. Ich kann die Bilder nutzen, muss es aber nicht.

Dann dachte ich darüber nach, warum ich im Studium, als der Dekonstruktivismus aufkam, mit diesem nichts anfangen konnte.
Für mich hat diese Theorie eher eine auffordernde Natur: dekonstruiere - vor allem Geschlechter und ihr Begehren!
Dieser Anspruch setzte mich unter Druck, denn andere könnten von mir fordern, dass ich mein Begehren, mein Geschlecht, meine Sexualität ändern müsse.
Ich wollte mir meine Lebenskonstruktion nicht zerdeppern lassen.
Wollte auch nicht Lebenskonstruktionen der anderen zerdeppern.
Wusste ich doch, dass wir nicht wirklich dasselbe sehen können.

Naja, statt mich dann weiter im Bett hin und her gedankenverloren zu wälzen, stand ich auf und notierte diese These auf einen Zettel.
Danach konnte ich den Schlaf fortsetzen.
Theoretisch.

Dienstag, 10. Juni 2014

Lesbenliteratursalon im Juni. Thema: Rita Mae Brown

21.05.1992: Lesung Rita Mae Brown: "Schade, dass du nicht tot bist" in der Buchhandlung Heinz Schutt, Frankfurt; Foto: irgendeine Userin
Vor 22 Jahren war ich auf einer Lesung von Rita Mae Brown. Was ich nicht erinnerte, war die Tatsache, dass sie damals ihren ersten Katzenkrimi vorstellte. Was ich erinnerte war, dass sie an diesem Abend aus Rubinroter Dschungel vorlas. Katzenkrimis waren damals nicht so mein Thema.
Manches kommt halt wieder.

Lesbenliteratursalon

Am ersten Sonntag im Juni war Lesbenliteratursalon. Diesmal hatten wir uns als Thema Rita Mae Brown auserkoren. Drei Bücher von ihr wurden vorgestellt:
  • Rubinrote Rita: Eine Autobiographie
  • Einen ihrer Katzenkrimis
  • Dolley. Das Leben einer First Lady, (Dolley Madison, First Lady der USA von 1809 - 1817)
(Auf die Autobiographie wurde ich durch die Vorstellung im Salon so neugierig, dass ich mir diese nun auch bestellt habe.)

Katzenkrimis

Ich habe mich für den Lesbenliteratursalon mit einem ihrer Katzenkrimis beschäftigt. Mittlerweile gibt es schon 20 Bände der Mrs. Murphy-Reihe auf deutsch.

Ich recherchierte im Netz zu Katzenkrimis und wurde durch weitere neue Erkenntnisse überrascht: Mir war nicht bekannt, dass sich die Tradition der Katzenkrimis auf den Altmeister Edgar Allan Poe gründet, der 1843 die Kurzgeschichte Der schwarze Kater schrieb. Auch wusste ich nicht, dass es eine Berliner Katzen-Krimi-Nacht und einen Deutschen-Katzen-Krimi-Preis gibt. Jetzt weiß ich es durch Kater Paul.

In Erwartung lustiger Lektüre, ich hatte andere Bücher von Rita Mae Brown gelesen, bestellte ich mir drei Katzenkrimis wegen der Titel: Ruhe in Fetzen, Virus im Netz und Mausetot. Gelesen für den Lesbenliteratursalon habe ich nur einen. Es ist der zweite Band in der Reihe. Nach allem, was ich so an Rezensionen fand, soll es der gruseligste in der Reihe sein. Okay, das weiß ich nicht, weil ich habe ja die anderen Bände nicht gelesen.

Ruhe in Fetzen. Ein Fall für Mrs. Murphy

Crozet, ist eine kleine Stadt in Virginia. Hier lebt die vor kurzem geschiedene Mary Minor Harristeen, genannt Harry, ganz zufrieden. Sie verbringt ihre Freizeit auf ihrer Farm und arbeitet bei der Post, wo zentral die Nachrichten über die Vorgänge ihrer Nachbarn zusammenführen. Ihre Katze, Mrs. Murphy und der Welsh Corgi Tee Tucker, begleiten Harry fast überall hin.

Nachdem Blair Bainbridge, ein männliches Modell aus New York und ein Yankee, in der Stadt ankommt, findet sich - durch die gute Nase von Tee Tucker und der Besonnenheit von Mrs. Murphy, die den Hund davon abhält das Fundstück gleich zu verschlingen - kurze Zeit später auf seinem Grundstück diverse Leichenteile.

Mein Leseerlebnis

Leider muss ich sagen, dass mich das Lesen des Krimis eben nicht dazu ermunterte die anderen Bücher, die ich mir auch bestellt hatte, lesen zu wollen.
Dies mag an der langatmigen Beschreibung einer Fuchsjagd oder dem Alltagsleben einer Kleinstadt im Süden der Vereinigten Staaten oder der holprigen deutschen Übersetzung liegen. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall gingen Katze, Hund, Pferde, das Oppossum und die Schlange - die Eule schon - nicht an mich. Auch bei den menschlichen Charakteren fand sich keine für mich zum Liebhaben. Ich las zuviel von Heteroverkuppelungsversuchen, von wie sich eine geschiedene Frau zu verhalten habe, wie Rock und Hose doch Harry kleiden können, so dass das Thema des Krimis mich leider kalt ließ.

Ich weiß aber, dass andere Leserinnen nicht genug von der Mrs. Murphy-Reihe kriegen können.



Ruhe in Fetzen
Rita Mae Brown, Sneaky Pie Brown
Verlag: Rowohlt Tb.;
Auflage: 76 bis 90 Tausend (1996)
Sprache: Deutsch

Freitag, 6. Juni 2014

Sappho I

Montag, den 6. VI. '83
Salve!
Wenn das stimmt, was ich denke, was ich bin, weißt du, dann steht es ziemlich schlecht um mich. Beim Spaziergang ist mir aufgegangen, daß ich nicht ganz normal bin. Du, ich begehre ein Mädchen und weißt du, was das heißt, ich bin lesbisch! Sappho, Sappho, was mach ich nur? Ich hoff nur, daß das nicht stimmt. Aber ich hab sie so lieb. Ich muß mich mit dem Gedanken abfinden. Das ist wohl der einzige Weg. Die Kunst muß einfach zu meiner Geliebten werden. Ansonsten seh ich da keinen Ausweg.
Ave, für heuteEin mysteriöser Tagebucheintrag einer Teenagerin von vor 31 Jahren. Die Schreiberin spricht eine uralte, imaginäre, jedoch auf einer realen Person basierende, Lyrikerin an.
Die Autorin kann damit leben, dass Sappho als Namensgeberin für die sapphische Liebe steht. Sie hat kein Problem damit, dass der Wirkort der Lyrikerin - Lesbos - das Wortgrundgerüst für die Bezeichnung homosexueller Frauen ist. Aber mit der negativen Konnotierung in Abgrenzung zur "Normalität" hat die junge Schreiberin ein unerwünschtes Thema mit in der Persönlichkeitsfindung.
Ruheort Text, in dem Verzweiflung und Sehnsucht nebeneinander stehen können.

Mittwoch, 4. Juni 2014

Langjährige lesbische Liebesbeziehung in der Literatur?

Gibt es Bücher, Romane, die von langjährigen Lesbenbeziehungen handeln?
21:02 - 4. Juni 2014

Ist Erlebtes - Erschautes: Deutsche Frauen kämpfen für Freiheit, Recht und Frieden 1850-1940 L.Heymann und A. Augspurg ein solches Buch?
21:05 - 4. Juni 2014

@Josh_TGButch Genau solche. Wir haben am Sonntag überlegt und so recht fielen uns keine Titel ein. Aber es muss sie geben. Denke ich.
21:13 - 4. Juni 2014

@hanhaiwen Ich kenne das Buch. Sie beschreiben ihre politische Arbeit darin. Leider nicht wirklich etwas über ihre Beziehung.
21:14 - 4. Juni 2014

@hanhaiwen Ich find beide Frauen auch genial. :-)
21:14 - 4. Juni 2014

@weltenwechsler Hab zwei Mädchenbücher von ihr gelesen. Da fingen die Liebesbeziehungen gerade an. cc @maedchenblog
21:15 - 4. Juni 2014

Ein Buch hätte ich, was langjährige Lesbenbeziehung beinhaltet: Paxton Court von Diane Salvatore http://books.google.de/books/about/Paxton_Court.html?id=QVFbAAAAMAAJ&redir_esc=y ...
21:24 - 4. Juni 2014

Ist aber echt schwierig, ein Buch zum Thema zu finden. Biographien wären auch fein. #langjährige_Lesbenbeziehung
21:30 - 4. Juni 2014

Ich grübele. Haben Lesben keine langjährige Beziehung, die erzählbar wäre? Oder möchten sie davon nicht berichten, weil Langeweile?
21:32 - 4. Juni 2014

Ich liebe Lange-Weile. :-)
21:33 - 4. Juni 2014

Definition langjährige Lesbenbeziehung: mindestens 3 Jahre. Am besten 10, gerne 20 oder gar 30 Jahre.
21:36 - 4. Juni 2014

Ich weiß. DAS macht es schwierig. :-D
21:37 - 4. Juni 2014

Dienstag, 3. Juni 2014

Schwere Beine

Schwere Beine http://www.senioren- ratgeber.de/Venen/Schwere-Beine- Zeichen-einer-Venenschwaeche-336677.html ... Okay. Klärt auf.
07:17 - 3. Juni 2014

Und du bist selbst schuld, weil: "Schwere Beine müssen nicht sein!" http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen /gesundheitsgespraech/themen/venenproble me-krampfadern-beine100.html ...
07:18 - 3. Juni 2014

<- kennt schwere Beine.
07:19 - 3. Juni 2014

"Es ist davon auszugehen, dass in über 90 Prozent aller Fälle bei Patienten mit Krampfadern eine Vererbung vorliegt." http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen /gesundheitsgespraech/themen/venen- erkrankungen-ursachen100.html ...
07:27 - 3. Juni 2014

Manchmal find ich es köstlich, wie Allgemeines plötzlich zur Krankheit gemacht wird. Aber Frauen sind das ja gewohnt: Mens, Wechseljahre.
07:28 - 3. Juni 2014

Plattfüße sind der Durchschnitt. Asphaltierter und harter Boden ist das Problem. Aber du bist schuld, mach was gegen deine PLATTfüße!
07:30 - 3. Juni 2014

Ich sag immer: "Ab 40 ist die Garantie abgelaufen. Alles Weitere ist gute Ernährung und gute Pflege." So isses halt.
07:32 - 3. Juni 2014