Donnerstag, 10. November 2016

Der Ring der Amazonen

Manchmal sehe ich nicht den gleichen Film wie andere, z.B. Monsters damals. Jahre später habe ich im TV Der Ring der Amazonen gesehen. Ein B-Movie, keine Frage.
Story kurz: Ein Kreis von Frauen schafft sich an die zweite Stelle in der Hierarchie und lässt No.1 (ein Mann) durch Unfall etc. umkommen. Sie gelangen so an mächtige Führungspositionen.
Natürlich liegt der Fokus auf der süßen Hetera, die mit einem Hetero diesen Ring sprengt.
Aber ich war begeistert von den Amazonen und hielt ihr Vorgehen nicht für eine schlechte Idee. :-)
Drohend wurde am Ende ein Mädchen gezeigt, das wieder Bogenschießen übte. Die Idee und der Ring haben überlebt.

Frauenzusammenhalt. Das war das Gefährliche im Film. Selbständige Frauen, die keinem Mann unterstanden. Die Zuschauerin aber sollte zittern mit der kleinen Hetera, die natürlich mit Hilfe des starken Mannes gegen diesen Ring kämpfte.
Nur sah ich die Bedrohung nicht. Nur eine gute Idee und unabhängige Frauen, die zusammenhielten.

1984: Der Ring der Amazonen (Amazons) IMDb
madefortvmayhem.blogspot.d Amazons (1984)  

Sonntag, 23. Oktober 2016

Buchmesse Tag 5: Irgendwas mit Comics

Präambel


Die COMIC SOLIDARITY präsentiert sich. Deren Veranstaltungen um die Buchmesse, nicht auf der Buchmesse haben mich ja nicht so unbedingt angemacht. 
Die Comic-Läden machten Signiertermine. Das passt. 
Aber die Solidarity machte Ausstellungen von mir unbekannten Künstlern (sic!). Okay. Interessiert mich nicht. Kaum Frauen, keine Comics, die ich gerne lese. Bin da sehr egoistisch unterwegs. Macht halt so nur Spaß... Wenn ich schon in meiner Freizeit von meinen Hobbys berichte, die dann vielleicht Tipps liefern... Funktioniert auf Gegenseitigkeit. Ich habe schon viele Comics auf diese Art und Weise durch Blog-Rezensionen gefunden. Schließlich läuft nicht jedes Comic plakativ rum und schreit mich an: „Lies mich! Nimm mich mit!“ 

Es ist eine andere Szene, die das Thema auf der Buchmesse begleitet. Jünger. Alternativer. Nicht so der Durchschnitt und verschlonzt, wie ich es zu den Comic-Zentrums-Zeiten auf der Buchmesse kennen lernte, sondern mit Verkleidungen. Diese Menschen in MangaVerkleidungen, Cosplayer.

Die Präsentationen


Und doch. Ich habe die gesamte Veranstaltung mir angeschaut.
Ich höre von TaleofFiction.com. Etwas von einem animierten SteamPunk-Comic. Erfahre etwas über ein Team "Schere Leim Papier", die einen Trickfilm mit dem Titel "Zwei Flaschen Limo und ein Zugticket nach Köln" zum Filmfestival im Sommer machten..

Whiskey stellt Schwer verliebt vor. Eine Liebeskomödie im Manga Stil.

Eine berichtet von ungleich-comic.deJAZAM! als Comic-Anthalogie ist mir bekannt. Von MONDO, ebenfalls eine Comic-Anthologie, mit bereits vier Ausgaben erfahre ich in dieser Veranstaltung das erste Mal. Die Ausgabe fear habe ich dann auch gleich gekauft.


Samstag, 22. Oktober 2016

Buchmesse Tag 4: Lesung Fiona Kidman: Jean Batten, Pilotin

Fiona Kidman liest am 22.10.2016, ab 11.00 Uhr aus ihrem Buch „Jean Batten, Pilotin“ in der Buchhandlung Weltenleser.

Fiona Kidman
Ich bin etwas zu früh für die Veranstaltung vor Ort. Alles ist noch ruhig. Ich helfe beim Stühle aufstellen. Das charmante Wesen von Fiona Kidman veranlasst mich tatsächlich mir noch vor der Lesung eine Signatur*) ins Buch geben lassen.
*) Ich bin da eigen: Mein Blick auf Bücher kann sich ändern und dadurch diese Bücher aus meinem Bücherregal verschwinden. Deshalb mag ich durch eine Signatur personalisierte Bücher nicht. Eigentlich.


Die Lesung

Es gibt nur zwei Sessel. Es werden aber drei Frauen, Barbara Weidle, die Übersetzerin, Zoe Beck, als deutsche Stimme des Buches und Fiona Kidman, die Autorin die Lesung gestalten. Schnell wird eine dritte Sitzmöglichkeit dazu gestellt. Es sei chaotisch bei ihnen wie immer, erklärt Maria Lucia Klöcker, die Buchladenbesitzerin. Für das leibliche Wohl sei gesorgt. Wir bekommen alle ein Getränk und eine Süßigkeit angeboten.


Kidman sei eine der 10 Stars der Frankfurter Buchmesse. Sie habe 25 Bücher veröffentlicht, das letzte All Day at the Movies.

Auf die Frage, warum Kidman das Thema ausgewählt habe, sagt sie, dafür gäbe es  drei Gründe:
  • Ihr Ehemann sei Pilot
  • Sie lebte 13 Jahre in der Stadt, in der Jean Batten geboren wurde
  • und die Biographie, die über Batten von Ian Mackersey 1992 veröffentlicht worden war, gefiel ihr nicht.
Da fing Kidman die Recherche über Jean Batten an. Sie wollte ihre Geschichte in einer anderen Weise erzählen.

Jean Batten war eine neuseeländische Fliegerin. Sie errang in den 1930er Jahren Strecken- und Dauerrekorde im Alleinflug. Batten habe ein emotional schwieriges Leben gehabt. Die Beziehung zu ihrer Mutter war sehr eng. Jean Battens Mutter sei eine frühe Feministin gewesen, die meinte, Mädchen könnten alles tun, was sie sich wünschen. Ellen Batten habe ihre Tochter stark in dem Wunsch unterstützt, eine Pilotin zu werden. Acht Jahre reisten Mutter und Tochter durch Europa. In der Mackersey-Biographie von 1992 würde diese Mutter-Tochter-Nähe als unnatürliche Beziehung bezeichnet. Was so nicht stimme. Auch Kidman habe eine sehr enge Beziehung zu ihrer Mutter gehabt. Wichtige Informationen würden in der Biographie zurückgehalten. Batten würde als kaltherzig, arrogant und femme fatal bezeichnet. Alles würde gedreht, um Batten schlecht aussehen zu lassen.
Kidman zitiert Joni Mitchel: If a man is angry, he is proud. If a woman is angry, she is a bitch.

Als Jean Batten für eine gewisse Zeit auf Jamaika lebte, war Ian Fleming ihr Nachbar. "Ian Fleming was very close to her." beschreibt Kidman die Beziehung der beiden. Sie vermutet, dass
Fleming in "Live and let die" in der Figur der Solitaire Anleihen von Jean Batten genommen habe. Das sei natürlich "a novelist interpretation".
Sie habe für das Buch heftige Themen zu (be)schreiben gehabt, aber der Dialog Ian Fleming und Jean Batten habe ihr Spaß gemacht. Es sei nicht so schwierig ihr eine Stimme zu verleihen, da es viele Filmausschnitte mit Jean Batten gäbe. Es sei schwierig gewesen, über die echte Person zu schreiben. Trotzdem sei der Roman keine alternative Biographie.

Kidman lebe mit ihrer Figur. Wenn es ihnen schlecht ginge, ginge es auch der Autorin schlecht. Sie bewundere Jean Battens Mut, ihre Einsamkeit und was sie vollbracht hatte. Sie sei inspiriert durch Jean Batten.

Ich war inspiriert von dieser Lesung und freue mich auf die Lektüre des Buches.


Jean Batten, Pilotin
von Fiona Kidman, Kat Menschik (Cover Design), Barbara Weidle (Übersetzerin)
Taschenbuch: 412 Seiten
Verlag: Weidle
Sprache: Deutsch



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Freitag, 21. Oktober 2016

Buchmesse Tag 3: Geplant frei fließend auf der Buchmesse

Morgens erwache ich mit einem merkwürdigen Gedanken: "Mein Leben franst an den Seiten aus." Der kontinuierliche kulturelle Input durch die Buchmesse gibt mir ein Gefühl des Überfließens und Unsortiertheit. Kultur quillt aus meinem Atem, den Gedanken - gänzlich durcheinander lässt mich das Erleben zerfleddert zurück. Als würde jemand aus Langeweile meine Gewebe aufribbeln...

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Sitze wartend und lausche dem Spiegel-Gespräch: Terézia Mora: Die Liebe unter Aliens.


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Untenrum frei


Auf dieses Gespräch mit Margarete Stokowski war ich neugierig. Deshalb war ich frühzeitig am Platz.
Sie sprachen zu Beginn über das Buch "Untenrum frei" und dann über den Feminismus im Allgemeinen.


Über die Körperlichkeit (Was mute ich der Öffentlichkeit zu?) sei Margerete Stokowski zur Philosophie des Fuck You gelangt. Dies sei eine grundlegende Form von Selbstschutz.

Gefragt, ob sie wisse, dass sie Leitbild/ Vorbild sei, bekundet sie, kein Interesse zu haben, um für jemanden zu sprechen. Der Feminismus sei vielgestaltig. Es gehe im Feminismus um Freiheit, das eigene Thema müsse gewählt werden.

Das Gespräch kann auf Spiegel Online angehört werden: "Untenrum frei" - Margarete Stokowski im Gespräch mit SPIEGEL-Redakteurin Claudia Voigt.

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Drei Steine


Ich hatte die Ausstellung zur Buchmesse schon gestern entdeckt und begeistert angeschaut. Das Comic hatte ich mir auf meiner Zu-Kaufen-Liste vorgemerkt. Wieder war es ein Zufall, dass ich die Lesung auf der Buchmesse entdeckte.

Das autobiographische Comic "Die drei Steine" erzählt die Geschichte von Nils Oskamps Auseinandersetzung mit Neonazis an seiner Schule. Von dem Comic gibt es eine Schulbuchausgabe herausgegeben von Amadeu Antonio Stiftung für die Bildungsarbeit.

Comiclesung mit Nils Oskamp
Die Beteiligten zur Veranstaltung.
Die Amadeu Antonio Stiftung beobachten die rechtsradikale Szene und warnt davor, die Dinge nicht zu leicht zunehmen. Es fallen weitere Begriffe wie Reichsbürger (es gäbe zwischen paar 100 und paar 1000 Angehörige) und die identitäre Bewegung. Die Stiftung forscht zu Verschwörungstheorien.

Oskamp berichtet von Beate Klasfeld, die Kiesinger wegen seiner Nazi-Vergangenheit ohrfeigte und den Aufenthaltsort des Schlächter von Lyon in Bolivien aufdeckte. Sie wäre Brückenbauerin und hätte beim Film (Dokumentation zum Comic?) unterstützt, indem sie Fotos, Rechte zur Verfügung stellte. Es gäbe eine neue Welle von Antisemitismus. Der Kampf gegen Rechts müsse zentraler laufen, schließlich laufe der Rechtspopulismus europaweit.

Geplant sei für September nächstes Jahr, Workshops, historische politische Bildung in Schulen.

Weitere Infos

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Buchmesse Tag 2: Das leibliche Wohl auf der Buchmesse: eine Zweifelsuppe

Zwei Sekunden Pause. Die nutze ich, um mich schreibend zu sammeln: Heute schon den zweiten Fehler im Veranstaltungskalender der Buchmesse entdecken müssen: die Veranstaltung im Orbanismspace wird erst morgen stattfinden und für den Sektempfang des Quer-Verlages werde ich eine Etage höher geschickt, statt 4.1, war 4.2 angegeben. Dass ich dort vor Ort war, ist eine enorme Leistung für mich. Denn ich bin das mit der Rolltreppe gefahren und die Höhenangst knabbert an mir.
Irgendwie habe ich heute inhaltlich auf der Buchmesse nicht besonders viel gemacht. Ich habe die Kalender-Galerie kennengelernt. Ein schöner Ort der Besinnung. Zumindest am Vormittag. Nachmittags ist auch dieser Gang voll.

Dann habe ich – auch durch Herumwandern – einen phantastischen Ort im Stil von Steampunk entdeckt. Ich nahm an, 20er Jahre, aber es ist auf Alt gemacht und trotzdem zeitlos. Mit Maschinen, die das Gehirn manipulieren sollen.


Das mit der Schreibmaschine ist natürlich eine nette Überlegung. Natürlich manipuliert Schrift das Gehirn. Da brauche ich keine Maschine, die ins Gehirn eingreift. Das kann durch die Schreibmaschine, resp. Text besser und effizienter gemacht werden. Richtig hübsch. Die Schreibmaschine habe ich auch gleich als Header auf Twitter eingefügt.

Der Vorlauf/ die Freude auf die Buchmesse war größer als jetzt die Buchmesse zu erleben.
Mir fehlen die Comic-Veranstaltungen auf der Buchmesse. Das war damals alles so schön an einem Ort, dem Comiczentrum. Das gibt es nicht mehr. Alles ändert sich. Alles neu. Das Licht und die Geräusche der Hallen machen aber immer noch müde. Bin wieder zu früh hier angekommen. Diesmal ging das Taschendurchsuchen recht schnell.
Trotz Buchstabensuppe mir fehlen die Worte. Alles ergibt keinen Sinn. Als sei das Denken verklebt. Ich erlebe, dass andere gute Texte schreiben, mit denen sie erreichen, was sie wollen. Bei mir bleiben die Inhalte in den Fingern stecken. Sie erreichen das Papier, das Office-Dokument und die E-Mail nicht. Es ist plakativ, ich bin nichts sagend. Lauft weg! Lest mich nicht! Das bin nicht ich! Das ist nur ein Ausschnitt meines Selbst! Der Rest ist unterwegs verloren gegangen. Meine Frau schreibt gerne. Nein, sie kann gut schreiben. Ob sie gerne schreibt, müsste ich sie fragen. Ich schreibe gerne. Aber daraus wird nichts. Der Inhalt wird durch die innere Zensur gefressen. Ausdruck. Ausdruck. Das war es mal wieder. Ob ich mal schaue, wer schon am Stand ist?

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Ich finde am Stand vom Quer-Verlag Schatzi1 vom LesKultur-Blog vor und folge gerne der Einladung von Jim Baker (Verleger des Quer-Verlags) und trinke etwas Sekt.



 Facebook-Post des Verlags zur Veranstaltung.

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Abends gab es noch ein gemütliches Zusammentreffen mit Autorinnen, Lektorinnen und Freundinnen eines Verlages.